pimpf

post von joshua

Lieber Fernsehstar XY,

was soll dieser theatralische Scheiß, sie sind Günther Jauch. Das weiß doch jeder.

Ich bin heilfroh, das ich nicht so berühmt bin. Das ich nicht dauernd mit meinen Anwälten reden muß, nur weil ein paar einsame Menschen unbedingt sehen müssen, wie glücklich ich bin. Ich bin heilfroh, das ich nichtmal glücklich bin. Sonst wäre ich darüber so froh, das ich glatt den Bezug zur Realität verlieren würde.

So sitze ich nun da, in meiner kleinen, schäbigen Kellerwohnung und beantworte alle Fragen zu Wer wird Millionär. Und wenn ich dann befriedigt abschalte, sind sie mir wieder egal und ich wende mich wieder meiner eigenen Einsamkeit, meinem Hunger, meinem Leid zu und lasse mich ordentlich vollaufen. Und dann gehe ich für´ne halbe Stunde im Bademantel zur nächsten Pommesbude und Quatsch den Pommeswirt voll.

Herzlichst

Ihr J. B. Barn

2 Kommentare 30.3.06 00:05, kommentieren

Liebe Tornado-geschockte Hamburger,

von hier aus, aus der Mitte des Landes sah das alles beeindruckend aus. Bei euch sind zwei Menschen ums leben gekommen.

Anstatt einen uninspirierten Brief zu schreiben, über Gott und die inkonsequenz der Menschheit, anstatt zu versuchen mich oberflächlich in euch hinein zu versetzen und schnelles Mitleid zu heucheln, wende ich mich nicht an das gesammte zähe Völkchen der Hamburger, sondern spreche nur den hinterbliebenen der beiden verstorbenen Kranführer mein Beileid aus.

Herzlichst

Ihr J. B. Barn

1 Kommentar 29.3.06 12:40, kommentieren

Lieber Günther Jauch,

ich hab sie lieb. Sie retten mich vor der Einsamkeit, an festen Terminen in der Woche, und auch mal zwischendurch. Dafür muß ich mich einfach mal bei ihnen bedanken.

Wenn wir beide Schwul wären, dann könnten wir endlich durchbrennen. Ich würde ihre hübschen kleinen Segelohren Küssen und sie dürften mich mit TicTac´s füttern, während mein Kopf in ihrem Schoß ruht. Leider werden sie bald heiraten, wir hätten also ohnehin keine Zukunft. Wenn wir schwul wären. Also ich bin´s nicht. Und sie ja auch nicht. Dann wäre das ja geklärt. Ach Günnibärchen...

Ich wünsche ihnen alles Gute, lieber Günther Jauch, und werde auf ewig vor dem Fernseher verweilen und auf sie warten.

Herzlichst

Ihr J. B. Barn

3 Kommentare 27.3.06 00:38, kommentieren

Liebe Ute Vogt,

wir haben was gemeinsam: Wir täuschen Orgasmen vor. Doch, doch, das geht auch bei Männern. Wir können durchaus einen Samenerguß haben, ohne das geringste zu verspüren. Außer vielleicht Erleichterung, das es endlich vorbei ist. Wir machen nur nicht so ein trara darum. Wir sind Männer, keine Hühner. Und nach dem Sex ist vor dem Sex. Wenn auch nicht unmittelbar.

Gut, nach ihrer "Beichte" rufen viele Männer verstört was, das geht aber nicht. Ich lass mich doch nicht bescheissen. Aber liebe Ute, sie wissen genau, dass wir Männer uns gerne bescheissen lassen. Man muß eben prioritäten setzten. Sowohl als Frau, wie auch als Mann. Sie haben eben keine Lust nach einem enttäuschten Sexuellen Erlebnis über die Emanzipations-
Bewegung zu reden. Wir Männer eigentlich auch nicht. Aber das ist nur meine Meinung.

Falls wir jemals das Vergnügen miteinander haben sollten, liebe Ute, täuschen sie mich ruhig. Immerhin sind sie Politikerin. Was sollte ich da anderes erwarten?

Herzlichst

Ihr J. B. Barn

 

 

24.3.06 03:00, kommentieren

Liebe streikende Ärzte,

mir gehts nicht gut. Meine Erinnerung schwächelt.

Ich lese einen banalen Brief, von dem ich schwören könnte, dass ich ihn schon einmal gelesen habe.

Es ging um Ärzte, die Sorgen haben, weil sie zu viel arbeiten müssen und dafür zu wenig verdienen. Und dann natürlich um die Patienten, die Sorgen haben, weil sie krank sind und sich nun auch noch Sorgen darüber machen müssen, ob ihr Doktor noch ganz auf der Höhe ist, vor lauter Sorgen.

Ich bin in Sorge um meinen Verstand. Das ist nichts für den Notarzt.

Und mein Arzt hat bis jetzt noch nie gestreikt. Er wird mir nichts verschreiben. Er wird mir nur die Bild wegnehmen, die ich auf der Straße gefunden habe. Und mich schimpfen: Heben sie nicht immer alles auf, was auf der Straße liegt. Wer weiß, welcher Hund da drauf gepinkelt hat.

Herzlichst

Ihr J. B. Barn

30.3.06 20:01, kommentieren

Lieber Jürgen Klinsmann,

Sie haben es geschafft. Sie haben mein Herz gerettet und die Herzen der jungen Fußballfans, der Kids.

Jetzt müssen die nicht mehr weinend die Poster von Ballack und Kahn von ihrer Wand nehmen, weil auch die sie verlassen haben, wie ihre Eltern. Wenn ein kleiner Junge aus einer zerütteten Familie nun zu Hause heulend auf der Eckbank in der Küche liegt, weil sein Vater mal wieder sein Versprechen gebrochen hat, ihn an diesem Wochende abzuholen um mit ihm was zu unternehmen, kann die Mutter beruhigt sagen: Hör auf zu Heulen, geh´ auf dein Zimmer und guck dir´n Ballack an. Und das nur wegen Ihnen, Klinsi. Deutschland ist zwar immer noch ein wundgesessener Arsch, aber seit dem 4:1 gegen Amerika gehören Sie nicht mehr zu den schmerzenden Hämoriden - Sie sind die Hämoriden-Salbe.

Nicht auszudenken, was geschehen wäre, hätten sie verloren. Deutschland wäre von einer ausgewachsenen Anal-Trombose befallen worden. Die Kinder hätten geweint, die Frauen hätten schwarz getragen. Mit scharfsinnigem, penetrantem Pressegehetz gegen Sie und ihre Familie hätten wir sie vom Kontinent gejagt.

Sie sind ein Gewinner, Klinsmann. Denn hätten sie diesmal verloren, Sie wären ins Land der Gewinner zurückgekehrt. Nach Amerika, Californien. Zum Gouvernator. Und ließen uns hier zurück. Wir armen Deutschen.

Herzlichst

Ihr J. B. Barn

1 Kommentar 30.3.06 20:01, kommentieren

Lieber Deisler, lieber Schweinsteiger,

ich schreibe einen Brief für euch beide, weil ihr beiden nichts her gebt, außer euren gemeinsamen Vornamen. Doch selbst dazu fällt mir nicht viel ein.

Der eine hat´s Knie kaputt, der andere muß schlimme Sachen über sich lesen. Da können eure Muttis auch nichts machen. Außer sich alte Folgen von "Der Bastian" anschauen, eine rührselige Serie aus den 70ern mit Horst Jansson. Da war die Welt noch in Ordnung. Da nannte man sein Kind eben Sebastian. Das war ein schöner Traum. Doch jetzt, als Erwachsene habt ihr mit den Eigenarten des Lebens zu kämpfen, wie alle Menschen auf der Welt. Ganz ehrlich, würdet ihr "Franz" heißen, mir würde ein ganzer Roman einfallen. Aber bei Sebastian...

Herzlichst

Ihr J. B. Barn

1 Kommentar 20.3.06 21:13, kommentieren