pimpf

Träumst du noch, oder stirbst du schon?

Unfälle passieren häufig. Wie ich so im Lastenaufzug unserer schönen Firma nach oben fahren will, werde ich von der plötzlich nach vorn rollenden, schweren Palette erwischt und gegen die Tür gedrückt. Dies ist ein Lastenaufzug. Da fehlen von innen die Türen. Das Ding fährt los, ich klebe mit einer Hälfte meines Gesichtes an dem kalten, glatten Metall, die innenseite der Außentür. Mein Gesicht verformt sich, die Metalltür schleift an mir entlangt. Dann ist die Tür zu ende. Der Übergang zur Wand ist besonders brutal, es sind ein paar schmerzhafte Schraubmuttern im Weg. Weiter gehts über die Wand. Sie ist billig verputzt mit einigen Rillen und mehreren Unebenheiten. Ich komme mir vor wie in einem Didi Hallervorden-Film. Plötzlich rollt die schwere Palette zurück und befreit mich. Meine Wange ist aufgerissen und mein Blut hinterlässt eine breite Spur an Türen und Wand. Die Tür vom Obergeschoss ist nun vor mir. Ich sehe dort keine einzige Schraube. Der Aufzug hält an. Die Palette brüllt: Du blöde Sau, rollt mit voller Kraft nach vorn und kickt mich aus dem Aufzug. Ich liege mit meinem halb zermatschten Gesicht auf dem kalten Lagerboden, wo mich unser saublöder Azubi saublöd angrinst. Na, haste Lui geärgert? Dann erwache ich.

Meine Wange ist nicht blutig. Keine Palette oder Azubis in sicht. Mein Radiowecker wacht knapp nach mir auf und haut mir einen blöden Spruch nach dem anderen um die Ohren. Heute ist Montag. Die meisten haben schlechte Laune, Montags. Schon seit Jahren. Und ich mache da mit. Seit Jahren. Mein Gott... Dann also los...

3.4.06 22:03

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


moggadodde (4.4.06 19:56)
Wenigstens hast du eine Arbeit, bei der deine Phantasie auf Trab bleibt, was ich von meiner heute angetretenen Stelle leider absolut nicht behaupten kann. Da scheint mir die Vorstellung einer Backe an Rauhputz schon sehr verlockend ...


Joshua / Website (4.4.06 23:28)
Himmel, was arbeitest du denn?


moggadodde (5.4.06 08:33)
Eindeutig unterfordert, jedoch in Ermangelung sonstiger Alternativen, in den Katakomben einer Pharmagroßhandlung. Zumindest stimmt mich der pekuniäre Aspekt etwas versöhnlich ... Details entnimmst du meinem moggadodde-blog, siehe "Der Vorhof der Hölle". Das sagt ja alles.

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