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Endstation

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9.4.06 17:04, kommentieren

Engelsduft

Menschen riechen, auf die ein oder andere Art und Weise. Einige parfümieren sich, mal mehr, mal weniger. Andere halten die Körperpflege für vollkommen überflüssig und geben sich den natürlichen Ausdünstungen ihres Körpers geschlagen. Doch wer sich hauptsächlich von McDonalds oder BurgerKing ernährt, hat keinen natürlichen Duft mehr an sich. Der ohnehin schon schwer zu ertragene Geruch von altem Schweiß in Verbindung mit agressiven Mundgeruch bei dem sich meine Augenlider auflösen und die Wimpern alle auf einen Schlag herunterfallen, hat durch starken FastFood-Konsum noch eine Steigerung erhalten.

Doch ich bin ein Verkäufer, kein Problem. Kein Problem, das ordentlich angezogene Paar, ca. mitte bis ende 40, er im Anzug mit Breitling am Arm, sie mit einem Armani-Irgendwas bekleidet sehen für mich verlockend aus, doch ich falle auf sie herein. Die wollten gar nichts kaufen. Die waren noch bei ihrem Verdauungsspaziergang, von dem üppigen Mahl von gestern. Es gab: KNOBLAUCH. Auch als Getränk. Und damit sie sich gegenseitig ertragen können natürlich für BEIDE.

Mich schüttels. Mein lieber Kollege O sagte mal mitten in der Beratung: Hui, ist hier einer auf ein faules Ei getreten? Kein Stück, lieber O. Jemand hat einen Fahren lassen und zwar still und leise. Dafür aber um so wirkungsvoller in der plötzlichen Entfaltung. Ich war´s nicht. O sagte hinterher, er war es auch nicht. Wenn wir´s nicht waren, bleibt nur noch einer. Die Sau. Es gibt Leute, die einfach drauf los Furzen - keine Peinlichkeiten - in einer Lautstärke in der man sich eigentlich nur die "Götterdämmerung" antut. Da überrascht es dann auch nicht mehr, dass keiner auf den armen Verkäufer reagiert, der sich daraufhin so erschreckt, dass er mit dem Schädel gegen so ein Metallregal knallt und zu Boden geht. Er weiß es nun auch: Mache nichts aufwendiges in den Regalwänden, wenn ein älterer Mann in der Nähe ist.

Es gibt auch Menschen, die einen Geruch ausdünsten, den ich nicht beschreiben kann. Es bleibt einem die Luft weg. Es ist stickig. Ich weiß nicht recht, als würde mir der Sauerstoff aus den Lungen gesaugt werden, und ich schaffe es nicht mehr einzuatmen. Wie kriegt man sowas hin? Ist das der Punkt, wo der Schweiß eine konsistenz erreicht hat, bei der er nur noch in kleinen Bröckchen von der Haut fallen kann?

Manche Menschen riechen wunderbar. Derzeit nach Frühling. Hauptsächlich die Frauen. Dann ist mir auch wurscht, was die alles so für Probleme haben, die ich dann lösen soll. Wie bitte, ihr MP3-Player ist kaputt? Bitte, setzen sie sich doch. Möchten sie vielleicht ´was zu trinken? Was? Das stinkt ihnen, dass das Gerät zum dritten Mal kaputt ist? Das verstehe ich... Puh, das würde mir auch stinken... Bleiben sie doch noch einen Moment. Da drüben lauern ein paar schmierige Müffelbarden auf mich. Bitte, retten sie mich. Brüllen sie mich an. Seien sie Zickig. Halten sie mich auf. Führen sie sich auf, wie eine gesandte aus der Hölle. Greifen sie mich persönlich an. Zweifeln sie mit mir an meinem Verstand. Mir egal, nur bleiben sie. Sie duften wie ein Engel.

 

7.4.06 22:52, kommentieren

Der Versprecher

Was hab ich schon lange nicht mehr meine Gitarre angefasst. Gestern sagte ich, ich müsse dringend mal wieder was machen, meine Vorhaut habe sich schon zurück gebildet.

Deine Vorhaut? Es lag plötzlich ungemeine Irritation in der Luft. Mein Gegenüber schaute mich überascht an. Ja, ich wußte gar nicht was der von mir wollte. Hier, ich zeigte sie ihm, meine Finger. Dann viel mir wieder das Wörtchen Vorhaut ein. Hornhaut wollte ich ja eigentlich sagen. Die Hornhaut ist dünner geworden, ich tat als wäre nichts. Du hast Vorhaut gesagt, du Vogel. Allgemeines Gelächter. Ab jetzt wurden nur noch Witze über meinen Penis gemacht, über mein wohl absonderliches Gitarrenspiel und ob ein Hornhauthobel nicht ein passendes Geschenk für mich sei.

Heute spiele ich wieder Gitarre, mit wenig Hornhaut an meinen Fingern. Meine Vorhaut hat sich nicht verändert. Bildet die sich etwa auch zurück wenn man lange nicht mehr ..?

4 Kommentare 5.4.06 13:47, kommentieren

Wo Wagner?

Wo steckt Franz Josef? Muß ich mir jetzt etwas selber doofe Prominente ausdenken, denen ich doofe Briefe schreibe? Hat der Urlaub? Lange Sauftour? Ich hoffe er ist nicht krank...


4.4.06 23:26, kommentieren

Träumst du noch, oder stirbst du schon?

Unfälle passieren häufig. Wie ich so im Lastenaufzug unserer schönen Firma nach oben fahren will, werde ich von der plötzlich nach vorn rollenden, schweren Palette erwischt und gegen die Tür gedrückt. Dies ist ein Lastenaufzug. Da fehlen von innen die Türen. Das Ding fährt los, ich klebe mit einer Hälfte meines Gesichtes an dem kalten, glatten Metall, die innenseite der Außentür. Mein Gesicht verformt sich, die Metalltür schleift an mir entlangt. Dann ist die Tür zu ende. Der Übergang zur Wand ist besonders brutal, es sind ein paar schmerzhafte Schraubmuttern im Weg. Weiter gehts über die Wand. Sie ist billig verputzt mit einigen Rillen und mehreren Unebenheiten. Ich komme mir vor wie in einem Didi Hallervorden-Film. Plötzlich rollt die schwere Palette zurück und befreit mich. Meine Wange ist aufgerissen und mein Blut hinterlässt eine breite Spur an Türen und Wand. Die Tür vom Obergeschoss ist nun vor mir. Ich sehe dort keine einzige Schraube. Der Aufzug hält an. Die Palette brüllt: Du blöde Sau, rollt mit voller Kraft nach vorn und kickt mich aus dem Aufzug. Ich liege mit meinem halb zermatschten Gesicht auf dem kalten Lagerboden, wo mich unser saublöder Azubi saublöd angrinst. Na, haste Lui geärgert? Dann erwache ich.

Meine Wange ist nicht blutig. Keine Palette oder Azubis in sicht. Mein Radiowecker wacht knapp nach mir auf und haut mir einen blöden Spruch nach dem anderen um die Ohren. Heute ist Montag. Die meisten haben schlechte Laune, Montags. Schon seit Jahren. Und ich mache da mit. Seit Jahren. Mein Gott... Dann also los...

3 Kommentare 3.4.06 22:03, kommentieren

Anna

Mich hat´s erwischt. Sie fühlt sich wahnisinnig sexy an. Sie ist wunderschön, ihre weiße Haut fließt wie Milch durch meine ausgestreckten Finger. Sie strahlt mich an. Ihre Hinterseite ist knackig und elegant, wie kalter Chrom. Sie wird Wild, wenn ich meinen Daumen über den Mittelpunkt ihres Körpers gleiten lasse. Ein leichter aber bestimmender Druck an der richtigen Stelle und sie tut was ich will.

Ihr Name ist Anna, den hat sie auf dem Rücken eingraviert. Sieht sehr hübsch aus. Ursprünglich war Sie mal ein Er. Bis man ihn getrennt hat, von seinen eine Milliarde Brüdern auf der Welt. Die konnten nicht für ihn dasein, als er mit dieser Gravur zur Frau gemacht wurde. Vielleicht ist sie etwas knabenhaft, aber mit ihrem unschuldigen Liebreiz beseelt, hat sie mich um ihre kleinen Ohrhörer gewickelt.

Warum mein IPod Anna heißt? War ´n Schnäppchen. Die echte Anna wollte ihn nicht mehr. Jetzt ist sie mein. Ob ich noch klar bei Verstand bin? Nein! Ich bin Besitzer eines IPod´s.

 

3 Kommentare 1.4.06 01:57, kommentieren

Der schwarze Freitag

Es wurde geschrien. Nicht von mir. Diesmal nicht. Ich bin ja jetzt erwachsen. Geschrien hat mein werter Kollege W, den ich mit durchaus treffenden Argumenten zur Weisglut brachte. Aber das ist nur meine Seite der Geschichte. Als der neue, junge Chef in diese Auseinandersetzung kam, sah er aus wie ein aufgescheuchtes Reh. So hat er uns noch nie erlebt. Eine Zigarettenpause später waren wir wieder OK. Bei uns wird nicht geschmollt. Wir sind nicht nachtragend. Wir mögen uns, selbst wenn wir uns die schlimmsten Fratzen ziehen.

Dann wurde es unverschämt. Während W sich mit einem grauenvoll unfreundlichen und herrischen Kunden am Telefon herumschlug, betitelte mich ein weiterer Kunde als Spinner. Spinner ist für mich eigentlich ein Spaßwort, aber er sprach mehr oder weniger mit sich selber, durchaus mit dem Gedanken dass ich es höre. Ich empfahl ihm, sich selber zu beraten. Darauf war ich plötzlich ein Hurensohn und er wollte den Geschäftsführer sprechen. Wir mögen aber keine Beleidigungen. Niemals.
Wollen sie ihn wirklich sprechen? Fragte ich, fast um eine Antwort flehend. Wollen sie das wirklich? Er wollte, denn ich war ihm zu unfreundlich. Ich kann nicht sagen, das er mir zu irgendeinem Zetipunkt symphatisch gewesen wäre. Also kümmerte ich mich. Kurzum: Der Beleidiger wurde aus dem Laden verwiesen. Der große, alte Chef hat zugestimmt.

Später hatte ein weiterer Kollege eine recht nette Kundin. Sie sagte, als ihr Freund sich am Mittag beim Geschäftsführer beschweren wollte, wurde er promt vor die Tür gesetzt. Klingt super. Hat man auch nicht alle Tage.

3 Kommentare 31.3.06 21:09, kommentieren